Fehlende Steuererleichterungen bremsen Schweizer Biotech-Unternehmen

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27.04.2012
Ein Vergleich der Rahmenbedingungen für die Biotech-Industrie in 16 europäischen Ländern zeigt die Schwachpunkte der Schweiz auf. Wettbewerbsnachteile für die Unternehmen bilden die fehlenden Steuererleichterungen für Forschungs- und Entwicklungsausgaben sowie die zeitliche Begrenzung für Steuerverlustvorträge auf sieben Jahre. Den Bericht haben Ernst & Young und EuropaBio gemeinsam veröffentlicht.

Die europäischen Regierungen müssen mehr tun, um sicherzustellen, dass F&E-Innovationen in der Biotechnologie-Branche dazu führen, dass neue Unternehmen gegründet sowie neue Produkte und zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Dies geht aus dem Bericht „What Europe has to offer biotechnology companies: Unraveling the tax, financial and regulatory framework“ hervor, den Ernst & Young und EuropaBio gemeinsam veröffentlicht haben.

Der Bericht hat 16 europäische Länder auf ihre steuerlichen, finanziellen und regulatorischen Anreize für Anleger, Unternehmer und Forscher im Bereich der Bioökonomie untersucht und die Herausforderungen beleuchtet, mit denen KMUs konfrontiert sind.

„Die Schweiz ist in dieser Hinsicht recht gut aufgestellt“, so Stephan Kuhn, Leiter Steuern der Region EMEIA (Europa, Mittlerer Osten, Indien und Afrika) von Ernst & Young. „Dass sie innovativen Unternehmen wie Biotech-KMUs keine F&E-Zuschüsse gewährt, ist jedoch ein Wettbewerbsnachteil für das Land. Ein weiteres Hindernis stellt die zeitliche Begrenzung für Steuerverlustvorträge auf sieben Jahre dar, da die Entwicklung von Biotech-Produkten bis zu ihrer Markteinführung oft mehr Zeit in Anspruch nimmt. Daher sollte die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass Steuerverluste in der Gründungsphase auf längere  Zeit vorgetragen werden können. Zudem sollte die Schweiz – wie andere Länder und der Kanton Nidwalden – im Rahmen einer nationalen Harmonisierung in allen Kantonen eine IP-Box-Lösung einführen.“ Die IP-Box, wie sie der Kanton Nidwalden eingeführt hat, bringt eine Reduktion der Besteuerung von Lizenzeinkünften.

Der Bericht von Ernst & Young und EuropaBio wurde von der EU-Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft, Máire Geoghegan-Quinn und Stephan Kuhn anlässlich der Veranstaltung EuropaBio Benefits of Biotechnology im Europaparlament vorgestellt. Der von über 120 Teilnehmern besuchte Event wurde von Francoise Grossetête, Mitglied des Europäischen Parlaments, organisiert und vom EU-Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, eröffnet. Im Mittelpunkt stand der Beitrag der Biotechnologie zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen wie die Ernährung und Gesundheitsversorgung einer alternden Bevölkerung, die ökologische Nachhaltigkeit, Wirtschaftswachstum und die Aufrechterhaltung des Status von Europa als wissenschaftliches Kompetenzzentrum.

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