Innovationspreis für Alternative zu Pestiziden

01.10.2018 08:04

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Empa, Mycosolutions

Das Empa Spin-off MycoSolutions AG hat eine Methode entwickelt, wie Pflanzen und Holzmaterialien ohne den Einsatz giftiger Stoffe geschützt werden können. Mittlerweile sind verschiedene Pflanzenstärkungs- und Düngemittel in der Schweiz und in Europa zugelassen. Für diesen erfolgreichen Transfer von der Forschung zur industriellen Innovation gab es nun den Empa Innovationspreis.

Rund 2‘100 Tonnen Pestizide werden in der Schweiz jährlich über Äcker und Obstbäume gesprüht, die negativen Effekte sind zahlreich: Die heimische Flora und Fauna leidet unter den Giftstoffen, aber auch Konsumenten nehmen die Substanzen beim Verzehr behandelter Produkte auf. Der Bund hat daher aufgrund wachsenden Drucks seitens der Bevölkerung im Jahr 2017 den Pestizid-Reduktionsplan verabschiedet, doch wie kann man Saatgut und Ernte vor Schädlingen schützen ohne Pestizide?

Das Empa Spin-off MycoSolutions AG hat eine Lösung. Die Idee: massgeschneiderte Nützlinge (so genannte Antagonisten) in ein von Schädlingen heimgesuchtes Ökosystem – also Bäume und Nutzpflanzen, aber auch Holzprodukte – einzuschleusen, um den Schädlingen den Garaus zu machen, auf ökologisch völlig unbedenkliche Art. Diese Nützlinge können dann unter anderem in Gegenden eingesetzt werden, wo Pestizide nicht oder nur beschränkt eingesetzt werden dürfen – etwa in Städten oder in der Biolandwirtschaft. Die inzwischen patentierte Innovation von MycoSolutions hat im Rahmen des diesjährigen «Empa Technology and Innovation Forum» (ETIF) den Empa Innovationspreis gewonnen. 

Mit dem «Empa Innovation Award» zeichnet die Empa seit 2006 alle zwei Jahre herausragende Innovations- und Technologietransferprojekte aus. 

Bio heisst nicht frei von Schadstoffen
Biolandbau gehört zu einer der hoffnungsvollsten Perspektiven, um den Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft zu vermindern. Doch auch im Biolandbau stehen einige Methoden in der Kritik – allen voran Kupfer, das als Fungizid bei Kartoffeln und Weinreben bis heute im Biolandbau und im Holzschutz angewendet wird. Bislang gibt es keine Alternative dazu, obwohl der Langzeiteinsatz von Kupfer für den Boden zu einer Belastung werden kann, da sich Kupfer im Vergleich zu herkömmlichen Pestiziden nicht abbaut.

Erfolgreicher Einsatz zum Schutz von Telefonmasten
Francis Schwarze, der Gründer von MycoSolutions und Wissenschaftler an der Empa in St. Gallen, hat in seiner bisherigen Forschungsarbeit neue Screening-Methoden zur Evaluation und Selektion von Nützlingen entwickelt und diese auch bereits erfolgreich eingesetzt. In Zusammenarbeit mit der Swisscom konnte er beispielsweise einen Antagonisten gegen kupfertolerante, holzzerstörende Porenhausschwämme entwickeln, der zum Schutz von Swisscom-Telefonmasten eingesetzt wurde. Gleichzeitig konnte Schwarze zeigen, dass der entsprechende Antagonist auch gegen Pilze an Nutzpflanzen Wirkung zeigt. Zwar werde man auch künftig nicht gänzlich auf Biozide wie Kupfer verzichten können, so Schwarze. «Unsere Studien zeigen aber, dass in Kombination mit selektierten Antagonisten deutlich geringere Mengen von Kupfer zu Schutz gegen pilzliche Schaderreger eingebracht werden müssen.»

Verschiedene Produkte zugelassen
Mittlerweile sind verschiedene Pflanzenstärkungs- und Düngemittel der MycoSolutions in der Schweiz und in Europa zugelassen; ein Antrag für die Zulassung eines Antagonisten für den Holz- und Pflanzenschutz ist eingereicht. Diese Nützlinge werden zurzeit in Freilandversuchen getestet. Das Empa Spin-off MycoSolutions wird dabei den Technologietransfer der entwickelten Produkte gewährleisten; die Jungfirma hat in den letzten zwei Jahren bereits sechs neue Arbeitsplätze geschaffen.

Bild: Das Empa Spin-off MycoSolution erhält den Empa Innovationspreis 2018 Personen v.l.n.r.: Gabriele Dobenecker, Empa; Mark Neuhaus Swisscom (Schweiz) AG; Francis Schwarze, Empa; Javier Ribera Regal, Empa; Reto Vincenz, MycoSolutions AG and Gian-Luca Bona, Empa

(Press release)

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