«Die Stimmung gegenüber Proptech hat bei Immobilienfirmen um 180 Grad gedreht»

Stefan Kyora

15.05.2018 12:15

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Der zweite Swiss PropTech Day steht vor der Tür. Wir haben uns aus diesem Anlass mit Mario Facchinetti, Initiant der Organisation SwissPropTech über die Grösse der Szene, die Trends in der Branche und den Leistungsausweis der Organisation unterhalten.

Herr Facchinetti, während im Fintech-Startups schon seit Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen, hört man von Proptech relativ wenig. Wird Proptech unterschätzt?

Sie müssen sehen, dass die PropTech Szene noch sehr jung ist. Die Schweizer PropTech Community und unsere Organisation sind zum Beispiel erst seit Anfangs 2017 richtig aktiv. Wir sind aber auf einem guten Weg. Das Thema PropTech gewinnt national wie auch international zunehmend an Aufmerksamkeit.

Wie gross ist die Schweizer Proptech-Szene?

In der Schweiz gibt es rund 60 PropTech Unternehmen, die einen radikalen Innovationsgrad für die Immobilienwirtschaft aufweisen.

Setzen die Proptechs auf Kooperationen mit etablierten Player oder gibt es auch Startups, die die Platzhirsche direkt angreifen?

Die meisten PropTech Unternehmen verfolgen B2B Modelle, welche die Zusammenarbeit mit etablierten Firmen anstreben. Klar gibt es Unternehmen, die disruptive Züge aufweisen – zum Beispiel Allthings, PriceHubble oder AgentSelly und bisherige Geschäftsmodelle oder Intermediäre in Frage stellen. Ob diese jedoch komplett durch neue Geschäftsmodelle, zumindest mittelfristig, ersetzt werden, wage ich zu bezweifeln. Dafür sind die Eigenheiten und Regulatorien der Immobilienwirtschaft noch ein zu grosses Hindernis.

Sind die etablierten Player prinzipiell offen für innovative Ansätze?

Absolut. Etablierte Immobilienfirmen sehen zunehmend ein Risiko im Abseitsstehen statt in der Zusammenarbeit mit Startups, was im Umgang mit dem Thema einer 180° Kehrtwende gleich kommt. Es werden besonders von grösseren Unternehmen im Eiltempo CIO’s und Innovationsmanager eingestellt, welche sich um die Entwicklungen kümmern sollen. Als kurzfristige Aktionen scheinen Accelerator- und Incubator Programme sehr beliebt zu sein.

Ich nehme an, das Knüpfen von Kontakten wird auch am Swiss PropTech Day Ende Mai viel Platz einnehmen?

Grundsätzlich bietet der SwissPropTech Day, welcher am 30. Mai im NEST der Empa in Dübendorf stattfindet, eine einzigartige Gelegenheit, um sich effizient einen umfassenden Überblick über die Schweizer PropTech Szene zu verschaffen. Das Event-Format bietet natürlich auch ausreichend Netzwerkmöglichkeiten in dem es die Teilnehmer motiviert sich in kleinen aber auch grösseren Gruppen auszutauschen. Die heterogene Teilnehmerschaft erlaubt es mit Unternehmern, Investoren, Business Angels und Vertretern von etablierten Firmen aber auch jungen PropTech Startups in Kontakt zu kommen und das alles an einem Eventtag. Neben der Netzwerkpflege findet man auch Anlaufstellen, an denen kleinere Fragestellungen aus den Bereichen Recht, Treuhand, Recruiting, ICO und Entrepreneurship beantwortet werden.

Die Organisation SwissPropTech ist seit rund zwei Jahren aktiv. Was haben Sie bisher erreicht?

Letztes Jahr ist es uns gelungen die Organisation in gewünschtem Rahmen zu positionieren. Wir haben dies erreicht in dem wir, die Szene an den grössten Events national wie auch internatioal vertreten konnten und unsere Aktivitäten Schweizweit ausweiteten. Das PropTech Meetup in der Romandie, unser Flagship Event - SwissPropTech Day sowie der internationale PropTech Exchange nach Holland wie auch der SwissPropTech Lunch gegen Ende Jahr gehörten bestimmt zu den Highlights im 2017. Besonders stolz sind wir, dass wir es innert kürzester Zeit geschafft haben von der Schweizer Immobilienwirtschaft als neutrale Netzwerkorganisation erkannt und akzeptiert zu werden.

Informationen und Anmeldung zum Swiss PropTech Day auf der Webseite des Events.

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