Ein Schweizer Startup in Islamabad

16.04.2015 08:36

Offshoring-Anbieter sind in der Schweiz zahlreich. Das Start-up xtendum setzt nun aber nicht auf Indien, China oder Osteuropa, sondern auf Pakistan. Seit einem Jahr betreibt das junge Schweizer Unternehmen eine Offshoring Niederlassung in Islamabad. Xtendum-Gründer Christian Herter verriet Startupticker.ch die Gründe und sprach über die Herausforderungen des Standorts.

Eine Stärke von Schweizer Startups ist die schnelle Internationalisierung. Hiesige Jungunternehmen sind oft kurz nach der Gründung auch im Ausland aktiv. Die Ostschweizer xtendum ist dennoch ein Sonderfall. Das Unternehmen bietet Offshoring-Dienstleitungen für europäische Auftraggeber an. Die Ansprechpartner für die Kunden von xtendum befinden sich in der Schweiz – die Produktionsstätte ist indes in Pakistan. Ein ungewöhnliche Wahl: Während sich das indische Bangalore bereits als Zentrum für IT-Dienstleitungen etabliert hat, ist Islamabad Neuland für Anbieter von Offshoring-Services.

Christian Herter, Mitgründer von xtendum nennt drei Vorteile von Islamabad gegenüber Indien: Die Zeitverschiebung zur Schweiz ist geringer; die Kultur ist ruhiger und darum etwas näher am europäischen Denken; vor allem aber gibt es in Islamabad noch keine Marktübersättigung von Anbietern für Offshore Software-Entwicklung.

Allerdings setzt die Tätigkeit in Pakistan das Management mehrerer Herausforderungen aus. Deswegen sind die Schweizer Manager inklusive Christian Herter auch ständig vor Ort. Dabei geht es nicht nur darum, das pakistanische Team zu führen. Eine weitere alltägliche Herausforderung sind Infrastrukturprobleme. So fällt der Strom jeden Tag sechs bis zehn Stunden aus. „Da die Softwareentwicklung mässig energieintensiv ist, lassen sich für die Stromausfälle aber gute Lösungen finden“, sagt Herter. Dazu gehört die konsequente Nutzung von Notebooks am Arbeitsplatz und Akkus (USV) für Server und Internet-Anbindung.

Auch die allgegenwärtige Korruption lässt sich in den Griff bekommen – gerade für ein kleineres Unternehmen. „Aus unserer Perspektive ist es insbesondere für kleinere Firmen auch in Entwicklungsländern wie Pakistan möglich, ein Unternehmen ohne Zahlung von Schmiergeldern oder anderen korrupten Machenschaften zu führen“, erklärt Herter. Neben Prinzipientreue seien Freundlichkeit, Geduld und ein persönliches Engagement vor Ort mit Herzblut hilfreich um sich erfolgreich durchsetzen zu können.

Erfolge bei europäischen Kunden
Mittlerweile ist das Ostschweizer Startup bereits seit über einem Jahr in Islamabad aktiv. Im Mai 2014 wurde ein grösseres Büro bezogen und drei erste pakistanische Mitarbeiter eingestellt. Und auch auf der Seite der europäischen Kunden geht es voran. Zu den Auftraggebern gehören einerseits Immobiliengesellschaften und Architekturbüros für 3D-Visualisierungen und Plankonvertierungen sowie Software-Unternehmen für die Entwicklung von Applikationen und Mobile Apps.

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